Genealogie im Nationalsozialismus

Ahnenpaß

Nach der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler durch Reichspräsident Hindenburg am 30. Januar 1933 wirkte sich der Rassenwahn der Nationalsozialisten auf die Tätigkeit der Standesämter aus. Nicht mehr der einzelne Mensch stand im Mittelpunkt der Betrachtung, sondern seine erbbiologische Einordnung in die Familie. Stammbaum und Ahnentafel wurden nun mißtrauisch beäugt, und nach Auffälligkeiten medizinischer und sozialer Art durchsucht. Noch lange nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde die Familienforschung deshalb in der Öffentlichkeit diskreditiert.

Der »Kleine Abstammungsnachweis« enthielt die Vorfahren bis zu den Großeltern. Er genügte den Anforderungen für eine Eheschließung, den allgemeinen Wehrdienst und das Beamtengesetz.

Der »Große Abstammungsnachweis« war seit dem 1. Juli 1938 durch Führungskräfte im Deutschen Reich zu erbringen. Dieses Dokument war unter anderem für die Aufnahme in die NSDAP (NationalSozialistische Deutsche ArbeiterPartei) und den aktiven Wehrdienst unumgänglich. Auch durften Erbhöfe nur dann von Bauern geführt werden, wenn der verwandtschaftliche Zusammenhang mindestens bis zum Jahre 1800 zurück belegt werden konnte.

Für diese Nachweise waren Auszüge aus Geburts- oder Taufurkunden, bzw. Heiratsurkunden erforderlich. Der Berufszweig der Sippenforscher, die gegen Honorar beim Nachweis der »Arischen Abstammung« halfen, fand immer mehr Verbreitung. Bezüglich eventuell nicht auffindbarer Urkunden war durch die Vorlage des gesamten Schriftwechsels das Bemühen um eine einwandfreie Feststellung nachzuweisen. Eintragungen für »Mischlinge« und »Fremdrassige« wurden bei den Standesämtern nicht beglaubigt.

Beispiele

Ahnenpaß
Eintragungen Mitteilungen
Geburt Rat Schwaz
Heirat Standesamt Lobositz
Sterbefall  
Ahnentafel  
Lebensmittelzuteilung  
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer