Exulanten

20. Jahrhundert

Wir gedenken der Opfer. Wir mahnen zum Frieden.
Stellvertretend für Leid und Schicksal aller Vertriebenen, welche im 20. Jahrhundert ihre Heimat, Freunde, Verwandte, oder sogar ihr Leben verloren haben, steht dieser Bericht aus der Zeit vom 9. bis 16. Mai 1945. Die Vertreibung der Deutschen und Magyaren war durch Aufrufe der tschechischen Exilregierung in Gang gesetzt worden, und hat durch die rassistischen Bestimmungen der Dekrete Nr. 5 (19. Mai 1945), 12 (21. Juni 1945), 33 (2. Aug. 1945), 71 (19. Sept. 1945), 108 (25. Okt. 1945), 115 (8. Mai 1946) und 122 (18. Okt. 1946) eine administrative Form erhalten. Als am 2. August 1945 die Ergebnisse der Potsdamer Konferenz bekannt gegeben wurden, war bereits mehr als eine halbe Million Deutschsprachiger aus der ČSSR vertrieben worden. Die Potsdamer Beschlüsse können weder die Art und Weise der Vertreibungen rechtfertigen, noch die entschädigungslose Enteignung oder den Verlust der Staatsbürgerschaft begründen.

Am Ende der Aufnahmen sehen wir Bilder einer Kundgebung auf dem Altstädter Ring (heute: Staroměstská namesti) in der Landeshauptstadt Prag. Edvard Beneš kehrte an diesem Tag aus seinem Londoner Exil in die ČSR zurück.
(Musik: Ich bete an die Macht der Liebe; Komponist: Dmitri Bortnjanskij; Organist: Olaf Wild)

Ein herzliches Danke an Vilma, ihren Ehemann sowie pani Benešova für unsere Begegnungen in Prag und das bereits vor 1990 erhaltene Material. Der offene und ehrliche Umgang miteinander ließ unser Vertrauen wachsen, und machte das Gespräch mit einer Augenzeugin möglich.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer