Exulanten

Allgemeine Betrachtung

vertriebene Familie
Schwer genug ist es allen Vertriebenen gefallen, ihre schöne und vertraute Heimat zu verlassen.

Auch wenn ihr Treck manchmal einem Triumphzug gleichkam, auch wenn sie in evangelischen Gebieten als Märtyrer angesehen und gefeiert wurden, war das Leben in der völligen Fremde bitter und erforderte einen völligen Neubeginn: Sie wurden nirgendwo geschlossen angesiedelt, immer wurden sie dort untergebracht, wo gerade noch Platz war.

in Gottes Namen wird die Reise angetreten
Besonders schlimm sind die Vertreibungen, die Maria Theresia innerhalb ihres Reiches vornahm: Ganze Polizeitruppen waren ständig auf »Ketzerjagd«, und wehe, wenn sie in irgend einem Winkel eine Lutherbibel oder Hauspostille entdeckten …
Hugenottenflucht, Jan Luyken 1685
Kinder unter 14 Jahren wurden den Vertriebenen weggenommen, damit die Erziehung in katholischen Familien erfolgen konnte! Müttern wurden die Säuglinge von der Brust gerissen! Alle Helfer hatten gemeint, ein Gott wohlgefälliges Werk zu tun, hätten sie doch die Seelen der Kinder vor der Hölle gerettet …

Viele Menschen aus Böhmen haben in Preußen Zuflucht gesucht: Hat doch Friedrich der Zweite den Ausspruch getan, daß in seinem Lande »jeder nach seiner Fasson selig werden könne«.

Und tatsächlich stand er zu seinem Wort, hat den Katholiken Schlesiens nach der Eroberung nichts zu Leide getan. Da er sich selbst vom Papst nichts befehlen ließ, durfte der Jesuitenorden in Preußen weiter bestehen, nach dem dieser im Rom aufgehoben worden war …

Nach dem Toleranzpatent vergingen weitere 80 Jahre, bis das Protestantenpatent erlassen wurde.

Weitere Seiten informieren speziell über das 16., 17., 18., 19. und 20. Jahrhundert: 1945, 1946. Zum Abschluß betrachten wir, welche Schwierigkeiten auf dem Weg zu einer stabilen und lange anhaltenden Versöhnung bewältigt werden müssen.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer