Familien-Stammbuch

Nachweis der Abstammung

Familienstammbuch (1876)
Familienstammbuch (1876)
Bereits im Römischen Reich war die Registrierung der Menschen gebräuchlich. Diese vom Staat erstellten Bevölkerungsverzeichnisse dienten als Grundlage für Steuererhebung und Wehrerfassung. Mit der Ausbreitung des Christentums begannen in der Kirche Aufzeichnungen über den Personenstand, der seine Grundlagen in den Eckpfeilern des Lebens hat: Geburt, Ehe und Tod.

Mittels Reichsgesetz vom 6. Februar 1875 wurde die Grundlage für die Einführung von Familien-Stammbüchern geschaffen. Beginnend mit der Beurkundung der Eheschließung jeder neuen Familie erfolgte der Nachweis der Abstammung. Neben den Geburtsurkunden der Brautleute waren auch deren Eltern aufgeführt. Daten wurden ergänzt, wenn Kinder auf die Welt kamen, oder Sterbefälle in der Familie zu verzeichnen waren.

Das Buch kostete in der einfachen Ausführung 1 Reichsmark, für den roten Prachteinband waren 2 Reichsmark zu bezahlen. Diese Bücher erfreuten sich in der Bevölkerung großer Beliebtheit, hatte doch jeder die Möglichkeit, sich über seinen Familienstand glaubhaft auszuweisen. Seit dem 3. Oktober 1895 wurden die einfachen Bücher unentgeltlich überlassen, das besser ausgestattete Stammbuch zum Selbstkostenpreis von 7 Reichspfennigen abgegeben.
(2008 kostet ein Familienstammbuch 30 Euro  …)

In Österreich und der Tschechoslowakei waren Standesämter bis 1938 unbekannt. Sie wurden erst nach dem Anschluß an das Deutsche Reich eingerichtet und nach 1945 beibehalten.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer