Erschröckliche Schläge

Electricität anno dazumal

Elektrisierapparat (um 1910)
Elektrisierapparat (um 1910)
Hausanschluss oberirdisch
Hauseinführung (mitte) und Isolatoren
Um das Jahr 1900 war es noch ein prickelndes Erlebnis, wenn durch Reibung elektrische Energie entstand.

Schausteller lockten auf Rummelplätzen mir einer seltsamen Maschine:
»Elektrisieren für einen Groschen!« riefen sie, und selbst die feinen Bürger drängelten sich durch die Schaulustigen um einmal Stromschläge auf der Haut zu spüren. Die Aufschrift des ganz links abgebildeten Gerätes beschreibt treffend den Geist jener vergangenen Zeit:
»Elektrisieren ist gesund! Aerztlich empfohlen gegen Kopfschmerz, Neuralgie, Rheumatismus, Nervosität etc.«

Erste Bogenlampen erhellten Straßen und Plätze. Aber deren grelles Licht war noch nicht für die Beleuchtung von Innenräumen geeignet.
Leitungsverbinder Porzellan (um 1920)
Leitungsver-
binder aus
Porzellan
(um 1920)

Wir haben auch elektrisch

Thomas A. Edison brachte mit seiner Kohlefaden-Glühlampe das elektrische Licht auch in die Haushalte.

Um vor den Nachbarn anzugeben wurden die stoffumwickelten Leitungen voller Stolz sichtbar auf dem Putz verlegt. Selbst die Porzellanisolatoren nagelte man auf die Tapete. Strom war eben noch etwas ganz Besonderes: Eine kWh (Kilowattstunde) kostete um 1910 rund 25 Pfennige.
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer