München

120 Jahre Telefon (März 2003)

Telegraph, München (1883)
Der Handelsverein München trat im Juli 1881 an die Verwaltung heran - 60 Interessenten waren ernsthaft gewillt, sich an das Ortsnetz anschließen zu lassen.

Nach Berlin, Mülhausen (Elsaß); Hamburg, Frankfurt a. M., Breslau, Köln, Mannheim, Magdeburg, Leipzig, Altona, Stettin, Barmen, Elberfeld, Stuttgart, Krefeld, Deutz, Ludwigshafen, Hannover, Straßburg (Elsaß), Dresden, Bremen, Braunschweig, Gebweiler (Elsaß), wurde in München das 28. Amt errichtet.
Wandapparat, Siemens (1881)

Am 1. März 1883 wurde die Vermittlungsstelle in Betrieb genommen, und stand anfangs von 8 bis 23 Uhr zur Verfügung. Durchgehender Betrieb wurde am 10.10.1884 eingeführt. Die Berliner hatten schon im Mai 1882 die Dienstzeit auf 8 bis 21 Uhr verkürzt und folgten erst 1899 dem Münchner Beispiel  …

Die alten Preise

Erste Münchner Sprechstelle (1883)
Bis 2 km Anschlußleitung betrug der jährliche Obulus 200 Reichsmark, und es entstanden keine weiteren Kosten für's Fernratschen. Jeder Kilometer mehr kostete zusätzlich 50 Mark.

Gleich 3 öffentliche Sprechstellen wurden im November 1883 betriebsbereit übergeben, und standen dem Publikum gegen eine Gebühr von 50 Pfennig für ein 5-Minuten-Gespräch zur Verfügung.

In München hat man bereits 1886 die Werbemöglichkeiten des amtlichen Branchenteiles erkannt, mit der Reklame für die Eintragungen fix einen Privatverlag beauftragt und sich so finanziell entlastet. 6 Jahre später begannen die Berliner mit der Werbung im Telefonbuch.

Münzfernsprecher, Zwietusch (1902)
Standardfernsprecher (1899)
Nach der Einführung des Münzfernsprechers konnte ab 1900 die Zahl der öffentlichen Sprechstellen erheblich gesteigert werden.

Die Münze fiel nach dem Einwurf gegen eine Glocke. Deren Klang diente dem »Fräulein vom Amt» als Zeichen für die Zahlung  …



Erstpublikation:
»Bunte Betriebs-Nachrichten«, Deutsche Telekom, München
© Familienforschung Oskar, Rolf & Olaf Steuer